Osteopathie für Pferde

Leichte Verletzungen, kaum sichtbare Zerrungen, schlecht passende Sättel (und überhaupt das Tragen von Sätteln und Reitergewicht), das Bewegen auf einseitigen oder schlechten (rutschigen, zu harten) Untergründen, zu hartes oder unzureichendes Training und vieles mehr haben tagtäglich Auswirkungen auf das Befinden der Pferde. Durch die oben genannten Faktoren entsteht zuerst ein lokaler Schmerz, von dem wir als Pferdebesitzer eventuell gar nichts mitbekommen, durch den Schmerz vermeiden die Pferde bestimmte Bewegungen, die Durchblutung wird damit reduziert und es kommt zu Verklebungen der Faszien. Noch immer zeigt das Pferd nicht viel mehr, als das seine Bewegungen weniger elastisch sind und es vielleicht nicht mehr ganz so motiviert mitarbeitet. Manchmal zeigen sich erst nach Jahren "plötzlich" Sehnenschäden, übersäuerte Muskulatur, verspannter Rücken, Trageerschöpfungssyndrom oder andere Erkrankungen. Ich möchte Pferdebesitzer darauf sensibilisieren, ein gutes Gespür für ihr Pferd zu entwickeln und zum Beispiel rechtzeitig Trainingspausen einzulegen, wenn diese nötig sind, die Haltung ihrer Pferde zu verbessern, Sättel regelmäßig überprüfen zu lassen und Defizite in der Muskulatur durch gezieltes Training an der Longe auszugleichen und gegebenenfalls Hilfe von Fachleuten zu einzuholen.

 

Die osteopathische Therapie beinhaltet folgende Leistungen:

  • Erstellung der Anamnese
  • Ganganalyse (an der Hand und an der Longe, gegebenenfalls auch unter dem Reiter)
  • Abtasten des Pferdes auf Verspannungen, Faszienverklebungen, Narben
  • Kontrolle der Zähne
  • Osteopathische Testung der Gelenke
  • Überprüfung der Equipments (Sattel, Trense usw.)
  • Synthese der Befunde und osteopathische Behandlung
  • Trainingsempfehlung und Managementverbesserung wenn nötig
  • gegebenenfalls ergänzend Akupunktur

 


"Bei der Pferdeosteopathie geht es nicht darum Wirbel "einzurenken", sondern darum Strukturen des Körpers wieder beweglich zu machen und für Durchblutung zu sorgen."



Der Osteopathie liegt eine besondere Philosophie zugrunde:

 

„Bewegung ist Leben“.


Dieser Grundgedanke bezieht sich auf alle Strukturen des Körpers, auf Gelenke, Muskeln, Faszien, Bindegewebe, Nerven, Organe und sogar auf die Körperflüssigkeiten. Sind Bewegung und Beweglichkeit dieser Strukturen eingeschränkt oder vermindert, entsteht hier die Grundlage für Krankheiten. Befinden sich die Strukturen des Körpers in einem Zustand bestmöglicher Bewegungsqualität, in dem ein harmonisches Zusammenwirken möglich ist, sind Mensch und Tier gesund. 

 


Die Osteopathie wurde von dem Amerikaner Andrew Taylor Still entwickelt, der damit 1874 an die Öffentlichkeit trat. In den 70er Jahren hat der französische Tierarzt Dr. D. Giniaux begonnen, die Humanosteopathie mit Erfolg auf Pferde zu übertragen.

Durch eine gründliche manuelle Untersuchung aller Gelenke und Körpergewebe erhält der Therapeut Informationen über die Qualität der Bewegung. Entscheidend ist dabei nicht die Form der Struktur, sondern ob und wie sie sich bewegt! Ziel der Behandlung ist es nun, die physiologische Beweglichkeit der Strukturen durch manuelle Behandlungsmethoden wiederherzustellen. A. T. Still sagt: „Finde die Läsion, behebe sie und lasse der Natur ihren Lauf“.

Dem Körper wird dabei keine neue Funktion aufgedrängt, er erhält lediglich den Impuls zur Selbstheilung. Wichtig ist auf die funktionellen Zusammenhänge zu achten, so kann z.B. eine Blockierung des 4.-5. Halswirbels ein Problem mit der Atmung verursachen. Eine Läsion ebendieser Halswirbel kann jedoch auch die Folge einer Lungenfunktionsstörung sein. Daraus wird ersichtlich, wie wichtig es ist, das Pferd in seiner Gesamtheit zu betrachten.